Modul Audit
Auditmanagement, das den ganzen Zyklus trägt
Vom Jahresauditplan bis zur dokumentierten Wirksamkeitsprüfung — ohne dass Feststellungen unterwegs in Excel-Listen und E-Mail-Verläufen verschwinden.
Warum der Lifecycle zusammenbleiben muss
ISO 9001 verlangt in Kapitel 9.2 ein dokumentiertes Auditprogramm und die Aufbewahrung der Auditergebnisse als dokumentierte Information. Was die Norm nicht vorschreibt, ist die Werkzeugkette — und genau dort entstehen die Brüche. In der Praxis liegt der Auditplan in einer Tabelle, der Fragenkatalog in einem Word-Dokument, die Feststellungen in einem Protokoll und die Maßnahmen in einer weiteren Liste.
Sobald diese vier Dinge getrennt geführt werden, lässt sich eine einfache Frage nicht mehr zuverlässig beantworten: Wie viele Feststellungen aus dem letzten Zyklus sind tatsächlich wirksam abgeschlossen? Das ist keine akademische Frage — im Management-Review und im Zertifizierungsaudit ist sie regelmäßig die erste.
Was qportal im Auditmodul abbildet
Auditprogramm als strukturelle Klammer. Das Programm ist kein Deckblatt, sondern die Ebene, auf der Intervalle, Umfang, Auditteams und Standorte definiert werden. Jedes Einzelaudit, jede Feststellung und jede daraus entstehende Maßnahme bleibt sichtbar mit dem Programm verknüpft.
Fragenkataloge aus Auditkriterien. Kataloge entstehen aus einer hierarchischen Struktur von Auditkriterien statt aus freiem Text. Damit bleibt jede Frage mit ihrem Normkapitel und den daraus entstandenen Feststellungen verbunden — die Zuordnung existiert im System, nicht im Kopf einer Person.
Durchführung mit Nachweisen. Antworten, Bewertungen und Nachweise werden direkt am jeweiligen Auditpunkt erfasst. Anhänge hängen an der Feststellung, nicht in einer Ordnerstruktur daneben.
Feststellung bis Wirksamkeitsprüfung. Feststellung und Korrekturmaßnahme sind ein durchgängiger Vorgang mit Statusverlauf, nicht zwei getrennte Datensätze. Verantwortlichkeiten und Fristen stehen an der Feststellung; automatisierte Erinnerungen verhindern, dass Maßnahmen ohne aktiven Status liegen bleiben.
Revisionssichere Historie. Jede Änderung wird protokolliert. Für Reviews und Audits ist damit nachvollziehbar, wer wann was geändert hat.
Bereit für ISO 9001:2026
Die Umstellung auf die neue Fassung ist für ein Auditmanagement weniger ein Text- als ein Datenproblem: Bis zum 30. September 2029 existieren Feststellungen gegen ISO 9001:2015 und Audits gegen ISO 9001:2026 im selben Bestand. qportal bildet das so ab:
Normfassungen als Stammdaten. ISO 9001:2015 und ISO 9001:2026 sind zwei eigene Kriterienbäume mit Vorgängerbezug, kein Freitextfeld. Jedes Audit ist auf genau eine angewandte Normfassung festgelegt; sobald es in Bearbeitung ist, lässt sie sich nicht mehr ändern, weil sie Teil des Auditnachweises ist.
Umstellungs-Workbench. Die Kriterien beider Fassungen werden einander zugeordnet — identisch, aufgeteilt (etwa 6.1 auf 6.1.2 und 6.1.3), zusammengeführt oder geändert —, mit einem Umstellungsstatus je Kriterium in beide Richtungen. Neue Klauseln ohne Vorgänger fallen dabei ebenso auf wie alte ohne Nachfolger.
Fragenkatalog übertragen statt neu schreiben. Ein Katalog wird als Kopie auf die neue Fassung übertragen. Fragen, deren Kriterium sich nicht eindeutig auflösen lässt, werden als „Kriterium zu prüfen“ markiert, statt geraten zu werden.
Trends über den Stichtag hinweg. Feststellungen behalten ihre ursprüngliche Klausel; über die Zuordnung bleiben Auswertungen je Anforderung trotzdem vergleichbar. Das ist die Grundlage für die Entwicklungen, die 9.3.2 für die Managementbewertung verlangt.
Wirksamkeitsnachweis-Quote. Eine Auswertung zeigt, welcher Anteil abgeschlossener Korrekturmaßnahmen eine terminierte und tatsächlich durchgeführte Wirksamkeitsprüfung hatte und wie viele davon als unwirksam bewertet wurden — die Frage nach 10.2.1 d). Einschätzung: Diese Quote ist auch einer der wenigen beobachtbaren Belege für die Qualitätskultur, deren Förderung 5.1.1 künftig von der obersten Leitung verlangt.

Welche Abschnitte sich tatsächlich ändern und welche Termine gelten, steht auf der Übersichtsseite zu ISO 9001:2026; die Einrichtung beschreibt die Dokumentation zu Normfassungen.
Zwei Details, die im Alltag den Unterschied machen
Auditorenunabhängigkeit nach ISO 9001 9.2.2 c) (Fassung 2026: b). Die Norm verlangt, Auditoren so auszuwählen und Audits so durchzuführen, dass Objektivität und Unparteilichkeit des Auditprozesses sichergestellt sind. qportal warnt automatisch, wenn Auditor und geprüfte Organisationseinheit übereinstimmen — statt dass es erst im externen Audit auffällt.
Auditee-Bestätigung. Das Erarbeiten von Auditfeststellungen hat in ISO 19011 einen eigenen Abschnitt 6.4.8 („Generating the audit findings“); der Normtext ist kostenpflichtig und wird hier nicht wiedergegeben. In qportal ist die Bestätigung durch die auditierte Organisation ein eigener Zustand im Lifecycle, nicht eine informelle Absprache.

Für wen das gedacht ist
Für QM-Beauftragte und Auditmanager, die den Jahreszyklus verantworten. Für Auditoren, die vor Ort arbeiten und nicht abends abtippen wollen. Für Fachbereiche, die eine Maßnahme zugewiesen bekommen und wissen müssen, was bis wann von ihnen erwartet wird. Und für die Geschäftsführung, die im Management-Review belastbare Zahlen statt gesammelter Eindrücke braucht.
Häufige Fragen
- Deckt qportal interne und externe Audits ab?
- Interne Audits (First Party) und die Vorbereitung auf Zertifizierungsaudits (Third Party) nutzen dieselbe Struktur aus Auditprogramm, Fragenkatalog, Feststellung und Maßnahme — unterschieden wird über Audittyp und Auditkriterien. Lieferantenaudits (Second Party) lassen sich in derselben Struktur erfassen, sind aber noch nicht eigens ausgebaut, etwa mit Lieferantenbewertung.
- Unterstützt qportal die Umstellung auf ISO 9001:2026?
- Ja. Normfassungen sind eigene Stammdaten, jedes Audit ist auf genau eine Fassung festgelegt, und eine Umstellungs-Workbench ordnet die Kriterien der Fassung 2015 denen der Fassung 2026 zu. Fragenkataloge werden auf die neue Fassung übertragen; Fragen, deren Kriterium sich nicht eindeutig auflösen lässt, werden zur Prüfung markiert. Bestehende Feststellungen behalten ihre ursprüngliche Klausel.
- Brauche ich SAP, um qportal einzusetzen?
- Nein. qportal läuft auf SAP BTP, wird aber auch als gehostete Variante bereitgestellt. Sie brauchen dafür weder eine eigene BTP-Subaccount noch ein S/4HANA-System.
- Wie werden Feststellungen mit Normkapiteln verknüpft?
- Über eine hierarchische Struktur von Auditkriterien, die bis zu drei Ebenen tief abgebildet wird. Jede Frage im Katalog hängt an einem Kriterium, und jede Feststellung erbt diese Zuordnung — die Rückverfolgung zur konkreten Normanforderung entsteht dadurch automatisch statt manuell.
- Können Auditoren mobil vor Ort arbeiten?
- Ja. Die Oberflächen sind mit SAP Fiori Elements gebaut und damit auf Tablet und Smartphone bedienbar. Feststellungen entstehen direkt im Audit, statt später von Papiernotizen abgetippt zu werden.